Impfkritik – Sinnvoll? Eine Rationale Perspektive

Wissenschaft
  • Sollten wir noch impfen?
  • Gibt es eine Pharmaverschwörung?
  • Was ist mit Impfschäden?
  • Kann man Wissenschaftlern trauen?

Das Robert-Koch-Institut

Bob: Hey Alice, was denkst du so übers Impfen? Brauchts das überhaupt noch?

Alice: Weißt du was das Robert-Koch-Institut (RKI) ist?

Bob: Nein.

Alice: Das RKI ist ein selbstständiges Institut mit dem Ziel, die Bevölkerung vor Krankheiten zu schützen und ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Daran arbeiten 1200 Menschen und ca 600 davon sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Um maximalen wissenschaftlichen Standard und Neutralität zu garantieren wird deren Arbeit regelmäßig von externen Gutachtern überprüft. Da arbeiten Professoren und die auf dem Gebiet der Immunologie am besten ausgebildeten Menschen der Welt. Das sind absolut krasse Leute, die ihr ganzes Leben nichts anderen gemacht haben als sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Und es sind viele auf einem Haufen, die sich ständig gegenseitig auf die Finger schauen, ihre eigenen Ideen und Vorschläge selbst angreifen und nur das was aller Kritik standhält endet dann als Impfempfehlung der ständigen Impfkommission.

Sind Impfgegner Verschwörungstheoretiker?

Alice: Dagegen stehen eine Handvoll Leute, die meinen nach ein paar populärwissenschaftlichen Büchern, geschrieben von unqualifizierten Leuten, etwas Internet Recherche und Diskussion mit gleichgesinnten Freundinnen und Freunden und anderen nicht qualifizierten Menschen, kennen sie sich besser mit dem Thema Impfen aus als diese Armee von krass trainierten Brains. Das kapier ich einfach nicht. Kannst du mir das erklären?

Bob: Okay, das habe ich nicht gewusst. Aber diese Wissenschaftler sind ja sicher irgendwie durch die Pharmaindustrie beeinflusst. Da steckt ja unglaublich viel Geld im Impfgeschäft. Und jeder hat einen Preis.

Alice: Impfen bewahrt jedes Jahr über 3 Millionen Menschen vor einem qualvollen Tod. Ein Tod der noch dazu ihr näheres Umfeld traumatisiert hinterlassen würde. Das ist ein verdammt ernstes Thema. Also du glaubst wirklich, dass es möglich ist all diese Leute + alle externen Gutachter so hart zu schmieren, dass keiner von ihnen aus Gewissensgründen auspackt? Und es kommen ständig neue Wissenschaftler hinzu und alte gehen in Rente. Diese Leute verdienen sowieso schon sehr gut. Das würde mindestens 10 Millionen pro Person kosten. Dann wären wir bei mindestens 6 Milliarden Euro. Das lohnt sich nie und nimmer und ist noch dazu extrem unsicher. Gerade unter Wissenschaftlern gibt es viele Idealisten, denen Geld ziemlich egal ist. Noch dazu gibt es weitere solche Institute auf der Welt mit noch viel mehr Wissenschaftlern und alle kommen zum gleichen Ergebnis. Unterstellst du wirklich all diesen Menschen unmoralisches Handeln? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass eine Handvoll Menschen auf die Idee kamen, die Angst in der Bevölkerung vor dem Impfen zu kapitalisieren indem sie diese Ängste weiter schüren? Um dann Bücher, Vorträge und ihre eigenen Empfehlungen zu verkaufen? Oder einfach um sich wichtig zu machen, weil sie in der seriösen Wissenschaftswelt keinen Erfolg hatten?

Kann man Wissenschaftlern trauen?

Bob: Das hört sich tatsächlich sehr unwahrscheinlich an. Aber es könnte doch sein, dass man Wissenschaftlern nicht trauen kann, oder?

Alice: Ich glaube, dass Missverständnis ist, dass viele Leute glauben, dass alle Wissenschaftler unter einer Decke stecken. Die Wahrheit ist, dass kein Wissenschaftler dem anderen traut. Und am allerwenigsten sich selbst. Unter Wissenschaftlern ist Kritik nicht nur willkommen sondern erwünscht. Und wenn ein Wissenschaftler tatsächlich etwas publiziert, was der Kritik von anderen Wissenschaftlern nicht standhält, nimmt seine Karriere großen Schaden. Deshalb sind Wissenschaftler so kritisch mit sich selbst. Sie müssen ihre eigenen Fehler finden, bevor es jemand anderes tut. 

Bob: Aber in Impfstoffen sind doch total ungesunde Sachen drin. Und was ist mit Impfschäden?

Alice: Meinst du, dass wäre den Wissenschaftlern nicht alles bewusst und das würden sie nicht in ihre Empfehlungen mit einbeziehen?

Bob: Ja doch, aber eventuell tun sie diese Stoffe trotzdem rein, weil sie andere Werte als ich haben.

Alice: Denen ihre Werte sind, wie gesagt, die Bevölkerung vor Krankheiten zu schützen und ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Was hast du denn für Werte?

Sind Wissenschaftler böse?

Bob: Vielleicht haben sie ja in Wirklichkeit andere, egoistischere Werte.

Alice: Dann wären wir wieder bei der Unterstellung, dass all diese Menschen unmoralisch handeln. Das haben wir doch schon geklärt wie unwahrscheinlich das ist.

Bob: Okay, verstehe ich. Ich habe halt einfach Angst davor meinen Kindern Zeug ins Blut zu spritzen, obwohl deren Immunsystem noch in der Entwicklungsphase ist. Das ist doch ein riesiger Eingriff!

Alice: Das verstehe ich auch. Allerdings sind wir beide keine Immunologen und können somit nicht beurteilen welcher Zeitpunkt für eine Impfung für das Immunsystem ideal ist. Es ist sicher ein komisches Gefühl, deinem Kind Stoffe zu injizieren, die du nicht verstehst. Ich verstehe auch nicht wie genau das RKI auf diese Empfehlungen kommt. Da braucht es ein gewisses Vertrauen in den wissenschaftlichen Prozess. Aber wir sehen doch jeden Tag, dass dieser Prozess unglaublich gut funktioniert. Solarzellen, Laser, fette Soundsysteme. Allein, dass jeder Mensch der möchte, diese Unterhaltung hier lesen kann, ist ein absolutes technologisches Wunder.

Bob: Okay. Vielleicht verstehe ich den wissenschaftlichen Prozess nicht gut genug.

Link zum Blog Artikel: Der wissenschaftliche Prozess.

Bob: Okay. Du bist also davon überzeugt, dass das Ergebnis des wissenschaftlichen Prozesses die Impfempfehlungen der ständigen Impfkommission sind? Und diese Empfehlungen verdienen somit das größte Vertrauen?

Verschwörung vs wissenschaftlicher Prozess

Alice: Korrekt. Diese Empfehlungen sind mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit, nach heutigem Wissensstand, das Beste für die Spezies Mensch. Was anderes zu glauben impliziert ein korruptes System und tausende unmoralische Wissenschaftler. Das läuft bei mir unter Verschwörungstheorie. Und Verschwörungstheorien sind tatsächlich ein funktionierendes Geschäftsmodell. Sie arbeiten mit Emotionen anstatt mit Fakten. Sie schüren Ängste und verkaufen dann Lösungen. Zum Glück sind nur ein kleiner Bruchteil der Menschen emotional so beeinflussbar, dass sie das Vertrauen in den wissenschaftlichen Prozess verlieren, wie man an der zum Glück relativ kleinen, aber doch bedenklichen Impfgegnerbewegung sehen kann.

Bob: Okay. Ich denke, du hast mich überzeugt. Es ist irgendwie auch arrogant von den Leuten zu glauben sie wüssten es besser, als eine ganze Armee von hochausgebildeten Wissenschaftlern.

Alice: Ich glaub die meisten verstehen einfach nicht, welch ausgefeiltes System hinter diesen Empfehlungen steckt. Vielleicht ist es eine Mischung aus Ignoranz und Arroganz.

Bob: Und ich denke vor allem Angst. Die Angst, ihren Kindern mit dem Impfen zu schaden.  Und Angst ist bei vielen Menschen stärker als Rationalität. Ich kenne so einige Impfgegner, die sich nicht so leicht überzeugen lassen würden wie ich. Was würdest du denen sagen?

Alice: Sehr schwer. Einen Menschen der erstmal aus emotionalen Gründen eine Meinung hat, überzeugen meistens nur noch stärkere Emotionen. Mit Fakten kommt man oft nicht weit. Möglicherweise hilft es ihnen Bilder von Babys zu zeigen, die unter durch Impfen verhinderbaren Krankheiten qualvoll sterben.

Bob: Und wenn das nichts bringt?

Alice: Dann weiß ich leider auch nicht weiter.

 

Fazit: 600 hoch ausgebildete Experten sind vertrauenswürdiger als eine Handvoll Verschörungstheoretiker.

Was haltet ihr von dieser Argumentationskette? Was könnte ein Impfgegener darauf erwiedern? Wie überzeugt man Impfgegner vom wissenschaftlichen Prozess? Sagt uns eure Meinung!

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Quantenphysik fuer Hippies von Lukas Neumeier

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15 Kommentare. Leave new

  • Maria Zimmermann
    04/11/2020 11:17

    Habe das Buch Quantenphysik für Hippies gelesen und fand es cool, ich würde daher auch ein neues Buch über Quantenbiologie lesen wollen 🙂

    VG Maria

    Antworten
  • Heyho! Ich habe Euer Buch sehr genossen, aber hier bei der Impfung scheint ihr mir leider Euer Spezialgebiet aus den Augen verloren zu haben.
    In diesem Zusammenhang ist es wirklich sinnvoll einmal ausführlich hinter den Vorhang zu schauen. Ihr werdet staunen wieviele kritische Ärzte und Wissenschaftler ihre sehr fundierte Meinung hierzu äußern. So ein wichtiges Thema gerade in der aktuellen Zeit sollte man nicht derart oberflächlich abtun – Eure Quintessenz hier in dem Beitrag ist ja schlicht: die Mehrheit der mit Wissen gesegneten Profis wird recht haben. Das impliziert zum einen eine Mehrheit (an die man glauben kann, wobei diese Idee von ‚Mehrheit‘ aber leider psychologisch allzu gern als Mittel der suggestiven Überzeugung genutzt wird, siehe zB das Asch-Experiment) und zum anderen verallgemeinert es die Impfung (wobei man dringend differenzieren muss).
    Ahoi,
    O

    Antworten
  • Hi Oliv0r,
    vielen Dank für deinen Kommentar!

    Du schreibst: Eure Quintessenz hier in dem Beitrag ist ja schlicht: die Mehrheit der mit Wissen gesegneten Profis wird recht haben.

    Das ist nicht ganz korrekt und kommt evtl aus unserem Artikel nicht ganz raus.

    Insbesondere denken wir, dass es sinnlos ist als nicht-Experte zu versuchen selbst zwischen Impfungen zu differenzieren. Genau das ist ja der Job der StiKo.

    Hier ist meine Argumentationskette nochmal in Ausführlicher (das ist ein Auszug aus einem Briefwechsel mit einer Ärztin, welche für eine individuelle Impfentscheidung ist):

    Sie scheinen mir ein Anhänger der individuellen Impfentscheidung zu sein. Die Eltern sollen selbst über die Impfungen und über deren Zeitpunkt entscheiden und tragen damit auch selbst die Verantwortung. Sie unterstützen die Eltern dabei, indem Sie sich ein paar Stunden Zeit für die Aufklärung nehmen.

    Damit habe ich folgendes Problem:

    Wenn ich „pertussis vaccine“ in Google Scholar (Suchmaschine für wissenschaftliche Papiere) eingebe, bekomme ich ca. 38 000 Ergebnisse. Davon ist pessimistisch 1 von 10 methodisch einwandfrei und davon pessimistisch 1 von 10 relevant für die Impfentscheidung, da sicher einige Zusammenfassungen und Metastudien dabei sind die es erlauben nicht alle Papers lesen zu müssen. Es bleiben immer noch ca. 380 Papers. Und das ist nur eine einzige Impfung.

    Ich denke es ist sehr unwahrscheinlich, dass selbst das schlauste Wesen auf diesem Planeten, welches sich ein paar Monate jeden Tag ununterbrochen mit dem offensichtlich doch sehr breiten und komplexen Thema Impfen beschäftigt, auch nur annähernd die Kompetenz eines professionellen Wissenschaftlers erreichen kann, der sich seit 20+ Jahren täglich mit einem kleinen Teilbereich dieses Themas auseinandersetzt, selbst Forschung auf diesem Gebiet betreibt, Peer-Reviewed Papers in Fachjournalen veröffentlicht, auf Konferenzen Vorträge hält und sich anderen sehr kritischen Wissenschaftlern stellen muss..

    Nun schalten auch noch tausende solcher Wissenschaftler ihre Gehirne zusammen um ihre kognitiven Verzerrungen (selektive Wahrnehmung, Wunschdenken, Bestätigungsfehler und 101 weitere erforschte https://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Verzerrung) zu minimieren. Deren Gehirne sind nicht unähnlich derer, die auch das Antibiotika und das Insulin entdeckt haben. Aus diesem wissenschaftlichen Prozess geht nach vielen Jahren streiten, diskutieren und forschen ein Konsens hervor, welche als die Impfempfehlungen des RKI und der ständigen Impfkommission herausgegeben werden.

    Wenn sich ein Mensch nach ein paar Stunden Beratung, optimistisch 3 Monaten Beschäftigung mit einem Thema für kompetenter als diese Wissenschaftler hält, dann könnte man das im besten Fall als starke Selbstüberschätzung interpretieren. Siehe Dunning-Kruger-Effekt. https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt

    Ich will maximal ehrlich sein. Ich denke, dass auch die meisten Ärzte nicht mit dieser Armee von Nerds mithalten können, wenn die Choreographie ihrer zusammengeschalteten Gehirne nicht fein darauf abgestimmt ist, die in jedes einzelne menschliche Gehirn eingebaute kognitive Verzerrungen zu minimieren: Dann sind impfkritische Ärzte auch als Gruppe die Konsens findet womöglich unwissend Opfer ihrer eigenen Gehirne (so wie meiner Meinung nach Martin Hirte und seine Jünger). Noch fehleranfälliger sind natürlich einzelne Ärzte, die ihre Impfempfehlungen von ihren persönlichen Erfahrungen abhängig machen.

    Antworten
    • Nun gut.
      Der Dunning-Kruger-Effekt ist sicher interessant, nur stellt sich die Frage nach der Zielgruppe. Wie definieren wir „Inkompetenz“, wo fängt sie an, wo hört sie auf, wo beginnt „Kompetenz“? Es ist doch absurd nur Mitgliedern der StiKo eine entsprechende Kompetenz zuzusprechen. Deinen letzten Satz empfinde ich entsprechend als ausgesprochen schwierig. Wie sollte ein Arzt seine Empfehlungen denn NICHT auf persönliche Erfahrungen gründen? Wo liegt denn da der Sinn, was passiert denn da mit der Menschlichkeit? Ich habe selbst sehr viele Jahre Erfahrung sammeln dürfen in der Behandlung von Kindern, ich bin international gut vernetzt, und ja, natürlich ist dieses Thema emotional sehr aufgeheizt und teils von Angst geprägt. Es ist aber zugleich eindeutig, dass es gerade bei der Impfung von Babys und Kleinkindern ausgesprochen oft zu unerwünschten und teils zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommt. Ich spreche hier über eindeutige Symptome von kleinen Patienten, die ich vor und direkt nach der Impfung gesehen habe. Es geht hier um Empirik. Diese ist natürlich subjektiv und muss als Therapeut möglichst fundiert geprüft, verglichen & vertieft werden. Aber dem Therapeuten diesen Prozess schlicht abzusprechen, weil andere ja viel besser Bescheid wissen halte ich für fahrlässig. Da landen wir dann – und Achtung, unser „Psycho-Study-Contest“ continues – mitten im Milgram-Experiment. https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment

      Und nochmal: Gerade in der aktuellen Zeit, wo wir uns mit einem RNA-Impfstoff konfrontiert sehen (RNA-Impfstoffe wurden noch NIE für Menschen zugelassen, weil sie bislang nicht über die Studienphase herausgekommen sind), dessen Herstellung weniger als ein Jahr gedauert hat (die schnellste Herstellung einer Standard Impfung hat 4 Jahre gedauert, normalerweise reden wir von ca. 5 bis 10 Jahren, oder mehr), Langzeitfolgen somit nicht ansatzweise bekannt sind, in einer Zeit in der ein öffentlicher, fachlicher Diskurs schlicht nicht stattfindet, weil nur eine Meinung erlaubt und alle anderen als „Verschwörungstheorien“ abgetan werden finde ich, dass eine derart verallgemeinernde Meinung wie Eure hier in diesem Beitrag wenig sinnvoll ist. Es gibt haufenweise Ärzte & Wissenschaftler mit oftmals beeindruckendem Fachwissen und Background, die ausführlich ihre Zweifel und Sorgen hierzu kundtun. Diese Leute als ahnungslos zu diffamieren ist, nun ja, respektlos. Und selbst wenn diese Leute nicht Recht haben sollten, lieber Lukas, müsste in einer gesunden Welt ein öffentliches Gespräch, ein Austausch stattfinden. „Hör auf zu denken und glaube, was Dir gesagt wird“ ist nun wirklich nicht im Sinne einer Welt, in der ich, Bob, Du, oder Alice leben möchten (die Psycho-Killer-Version von Alice evt schon).

      Folgende Liste ist eher willkürlich, da ich langsam die Übersicht verloren habe:
      https://www.williamhaseltine.com/beware-of-covid-19-vaccine-trials-designed-to-succeed-from-the-start/
      https://www.bmj.com/content/371/bmj.m4037
      https://www.sciencemag.org/news/2020/12/suspicions-grow-nanoparticles-pfizer-s-covid-19-vaccine-trigger-rare-allergic-reactions
      https://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/der-risikoinvestor-dietmar-hopp-will-mit-curevac-rennen-um-besten-impfstoff-gewinnen/26154156.html?ticket=ST-22166466-vnNIx33izs494u49vB4Z-ap3

      Antworten
      • Danke für deine Antwort! “

        „Es ist doch absurd nur Mitgliedern der StiKo eine entsprechende Kompetenz zuzusprechen:“

        das stimmt. Es gibt Weltweit ja noch andere Impfkomissionen, die alle mit leichten Abweichungen zum gleichen Ergebnis kommen. Dieses Ergebnis ist sozusagen wissenschaftlicher Konsens.
        Experten-Kompetenz ergibt sich aus mindestens 10 – 20 Jahre täglicher Erfahrung und Forschung auf dem jeweiligem Gebiet.

        „Wie sollte ein Arzt seine Empfehlungen denn NICHT auf persönliche Erfahrungen gründen?“

        indem er sich an den objektiven Daten orientiert (Placebokontolliert und Doppelblind!). Ich denke es ist ein Fehler, persönliche Erfahrung bei einem Thema, wo statistisch Nebenwirkungen extrem selten auftreten zu berücksichtigen. Da ist man einfach durch selektive Wahrnehmung voreingenommen. Das Zwischenmenschliche ist extrem wichtig. Vor allem beim „Wie“. Hat aber meiner Meinung nach beim Bau von Flugzeugen und auch bei der Impfempfehlung keinen Platz.

        „Da landen wir dann – und Achtung, unser “Psycho-Study-Contest” continues – mitten im Milgram-Experiment. https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment

        Beim Milgram Experiment geht es um Autoritäten. Hier geht es um Demut gegenüber der sicheren eigenen Unwissenheit und Inkompetenz bei einer Frage wo es klare Experten gibt.

        Bei den mRNA Impfstoffen kenne ich mich zuwenig aus. Hier kann ich nur die Meinung drei befreundete promotiverter Genetiker wiedergeben:

        1. mRNA Impfstoffe sind zu fast 100% sicher (Experimente wurden anscheinend bei Menschen gemacht im Ramen von Tumorimpfungen -> kein einzigers langfristiger Schaden)
        2. mRNA verändert nicht das Erbgut (DNA)
        3. Die meisten Erkältungsviren basieren auf mRNA, das heißt, sollte mRNA langfristig Probleme bereiten, hätte das wegen den unzähligen Erkältungsviren längst auftreten müssen
        4. Risikoabwägung zwischen Covid-19 bekommen und den mRNA Impfstoff spricht nach aktueller Datenlage ganz klar für die Impfung (ca 2 Größenordnungen). Covid-19 hat nachweislich langfristige Nebenwirkungen und kann zum Tot führen. Die Impfung hat ganz vielleicht solche Nebenwirkungen. Aber sehr wahrscheinlich nicht.

        “ Es gibt haufenweise Ärzte & Wissenschaftler mit oftmals beeindruckendem Fachwissen und Background, die ausführlich ihre Zweifel und Sorgen hierzu kundtun“

        Da hab ich bekannte Ärzte gefragt, von denen hat nicht EINER Sorgen und Zweifel. Sie schätzen die Zahl der Ärtzte die zweifeln auf weniger als 5%. Das Problem ist, dass diese 5% so Laut sind wie der Rest so dass der Eindruck entsteht hier gäbe es zwei gleichstark vertretende Meinungen.

        Abgesehen davon: Deshalb gibt es ja Wissenschaft. In der Wissenschaft zählen Meinungen nicht. Egal welche und egal von wem. :-).

        Antworten
      • Gedankenspiel:
        Wer ist wichtiger?
        Der Erfinder des Kondoms, oder wir Liebenden, die wir herausfinden, ob es funktioniert?
        Die Ingenieure eines Rennautos, oder der Fahrer auf der Strecke in eben diesem Auto?
        Virologen im Labor, oder die Ärzte, die im Kontakt zu dem Patienten stehen?

        Antworten
        • ok, habe eben erst deine Antwort gesehen. Melde mich später, kannst das „Gedankenspiel“ löschen.

          Antworten
        • „Der Erfinder des Kondoms, oder wir Liebenden, die wir herausfinden, ob es funktioniert?“

          Beide sind wichtig. Aber wenn ich als Liebender die Sicherheit eines Kondoms herausfinden will, dann sollte ich mich auf Daten verlassen und nicht auf meine eigenen Experimente 😉

          „Die Ingenieure eines Rennautos, oder der Fahrer auf der Strecke in eben diesem Auto?“

          Beide sind wichtig. Aber wenn ich als Fahrer wissen will wie sicher die Bremsen dieses Autos sind, dann würde ich mich auf Daten verlassen anstatt auf meine eigene Erfahrung.

          „Virologen im Labor, oder die Ärzte, die im Kontakt zu dem Patienten stehen?“.

          Beide sind wichtig. Sie haben aber unterschiedliche Aufgaben. Wenn ein Arzt meint die Aufgabe der Virologen besser erledigen zu können als die Virologen, dann glaube ich, dass er ein wenig Demut vertragen könnte. (kein Angriff!)

          Antworten
          • 😉 So. Da hat also wer das Kondom erfunden, dachte sich ja geil, los geht’s! und suchte sich ein paar Freiwillige, die sich wohl leicht haben finden lassen. Theorie und Praxis. Daten werden eben auch durch letzteres gesammelt. So entwickelt sich das Produkt „Kondom“ und bringt Freude.
            Das perfekte Rennauto, so es denn etwas derartiges gibt, entwickelt sich ebenfalls erst hin in Richtung Siegerauto durch die Straße, die echte Beschleunigung, das wahre Bremsen, das in die Kurve schießen, usw. Theorie und Praxis.
            Dasselbe gilt für die Medizin. Es braucht Testungen, langjährige Erfahrung am Menschen. Aus meiner Perspektive sind wir hier leider etwas betriebsblind geworden. Nehmen wir einfach mal den PCR Test, auf dessen Basis das ganze Zeug ja eben abläuft:

            Kennst Du Kary Mullis?
            Ich zitiere ihn mal:
            „Ich glaube nicht, dass man PCR missbrauchen kann. Die Ergebnisse, die Interpretation dessen, ja. Wenn man sagen kann…wenn man dieses Virus in jemandem überhaupt finden kann…und mit PCR – wenn man es kann – kann man fast alles in jedem finden…dann fängt man an, an das buddhistische Konzept zu glauben, dass alles in allem enthalten ist. denn wenn man ein einziges Molekül vervielfältigen kann, bis etwas messbares daraus wird – was der PCR Test machen kann – denn es sind nur sehr wenige Moleküle, die man nicht wenigstens einmal im Organismus hat … also, das kann man das durchaus als einen Missbrauch ansehen: zu behaupten, dass es bedeutungsvoll ist.
            Der PCR Test erlaubt dir, eine winzige Menge von irgendetwas zu nehmen, sie messbar zu machen und es dann so darzustellen, als ob es wichtig wäre. Das ist kein Missbrauch, sondern eine falsche Interpretation. Der Test sagt nicht aus, ob man krank ist, oder ob das, was gefunden wurde dir wirklich schaden würde.“
            Herr Mullis war Nobelpreisträger und ist der Erfinder eben dieses PCR Tests.

            Aber gut. Im Ganzen läuft unsere kleine Diskussion so, wie es üblicherweise läuft. Ich verstehe Deine Position, finde sie aber ebenso subjektiv wie die Meine. Dass Du befreundete Ärzte hast ist schön, die habe ich auch. Dass Deine „glauben“, dass….finde ich auch schön. Ebenso die Sache mit den Genetikern, deren Meinung ist nicht teilen kann aufgrund von allem, was 2020 geschehen ist.
            Mein Hauptanliegen hier ist schlicht, dass wir in der aktuellen Zeit aufpassen sollten, dass wir miteinander reden und niemandes Meinung aus der Diskussion aussperren. Wie war das? Schrödingers Gleichung wurde von allen Seiten immer und immer wieder angegriffen, sogar und insbesondere von ihm selbst, um herauszufinden, ob sie tatsächlich stimmt?! Eben das läuft hier bei uns zum Thema Impfung und Covid-19 anders, ganz anders. Gegenthesen werden ignoriert und zensiert. Das ist nicht wissenschaftlich, das ist dumm.
            Wie dem auch sei. Die Sache mit dem Kondom hat mich jetzt ein bisschen auf andere Gedanken gebracht. Hätten mir die letzten Seiten Deines Buches nicht latent Sorgen bereitet, würde ich Dich jetzt evt. nach einem Date mit Alice fragen 😉

  • Yay, danke! Ich finde deine Perspektive auch durchaus verständlich und auch sinnvoll. Medizin ist wie ich Sie verstanden habe in der Anwendung wahrscheinlich oft mehr Kunst als Wissenschaft. Viel probieren, viel Erfahrung, viel Intuition, ein Prozess. Das muss auch so sein, weil die Datenlage bei vielen Fällen/Symptomen nur sehr dürftig oder garnicht vorhanden ist (weil Medizin einfach super komplex ist). Beim Impfen allerdings ist die Datenlage unglaublich gut und eindeutig. Ich denke wenn die Datenlage unglaublich gut ist, dann sollte man sich danach richten und die Intuition für Dinge aufheben bei denen es keine oder uneindeutige Daten gibt.

    klar kenne ich Kary Mullis. Nachdem er meinte, dass ihm die Idee für die Polymerase (für den er seinem Nobelpreis bekommen hat soweit ich mich erinnere?) auf einem LSD-Trip gekommen ist, war er mir direkt sympatisch.
    Allerdings leugnete er auch bis zu seinem Tod den Zusammenhang zwischen HIV und Aids, also so vertrauenswürdig kommt er mir nicht vor ;-).

    Unabhängig davon, die Aussagen und Meinungen von Einzelpersonen sind immer mit Vorsicht zu genießen (auch die von Schrödinger und Einstein und vor allem die Meine 😉 ). Wie der PCR Test funktioniert weiß wahrscheinlich jeder Nerd, der sich damit beruflich auseinandersetzen muss und ich denke es weiß auch jeder, dass der PCR Test nicht dazu dient, die Ansteckungswahrscheinlichkeit oder die Schwere der Krankheit vorherzusagen (dazu müsste man die Anzahl der Cyclen mit einbeziehen und in mehreren Zeitintervallen testen, sowie ich das verstanden habe).

    Mir wurde erklärt (wie gesagt ich habe selbst wenig Ahnung davon), dass auch wenn der PCR Test erst nach 45 Cyclen positiv ist nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich die Viren im Getesteten nicht noch auf ein ansteckungsfähiges Niveau vermehren.
    Deshalb die konvervative Anwendung des PCR-Tests vom Gesetzgeber.
    Das gibt natürlich viel Futter für Spekulationen, was ich auch verstehe. Ich denke am Ende ist es eine Vertrauensfrage. Vertraue ich der Wissenschaft? Vertraue ich den Institutionen? Den sogennanten Experten? Wenn nicht, dann krieg ich natürlich Angst.

    „Mein Hauptanliegen hier ist schlicht, dass wir in der aktuellen Zeit aufpassen sollten, dass wir miteinander reden und niemandes Meinung aus der Diskussion aussperren. Wie war das? Schrödingers Gleichung wurde von allen Seiten immer und immer wieder angegriffen, sogar und insbesondere von ihm selbst, um herauszufinden, ob sie tatsächlich stimmt?! Eben das läuft hier bei uns zum Thema Impfung und Covid-19 anders, ganz anders. Gegenthesen werden ignoriert und zensiert. Das ist nicht wissenschaftlich, das ist dumm.“

    Ja genau! Ständiger Zweifel ist der Kern des wissenschaftlichen Prozesses. Und wenn das beim Thema Impfungen und Covid-19 nicht so gemacht wurde, dass wäre das tatsächlich dumm. Ich persönlich gehe davon aus, dass die verantwortlichen Wissenschaftler wie zB Drosten genau das tun. Ich denke er hat sich alle möglichen Gegenthesen schon x-mal selbst überlegt. Würde er das nicht tun, hätte er nicht die Reputation die er hat. Er würde sehr schnell auffliegen. Wissen tue ich das natürlich nicht. Für mich persönlich gibts aber auch keinen Grund daran zu zweifeln.

    Sollte ein Wissenschaftler der Meinung sein, dass Drosten etwas übersehen hat oder sogar mit Absicht ignoriert, dann würde er mit einer dementsprechenden wissenschaftlichen Veröffentlichung ordentlich Karriere machen können. Komischerweise veröffentlichen die meisten Gegenstimmen nichts und stellen sich nicht dem wissenschaftlichem Prozess, sondern hauen ihre Sichtweise nur auf Blogs oder youtoube Videos raus. Das ist dann schon etwas unseriös.

    Mit anderen Worten: Kritik ja! Aber bitte fundiert und mit wissenschaftlichen Methoden ausgearbeitet und präsentiert. Ich würde stark daran Zweifeln, dass solch eine fundierte Kritik innerhalb unseres Systems einfach ignoriert werden kann. Warum sollte ein seriöser Wissenschaftler soetwas ignorieren? So ein Verhalten könnte ihm die Reputation oder sogar die Karriere zerstören.

    Danke für die Diskussion 🙂 Irgendwo könnte es auch eine nette Alice geben evtl auch unendlich viele 😉

    Antworten
  • Ich lasse das mal so stehen…
    Danke für das Gespräch!
    Als nächstes werde ich jetzt mal mein Tinder Profil aktualisieren:

    Bist Du eine (oder unendlich viele) Alice? Swipe nach rechts (aber nur, wenn du nicht mit Samantha befreundet bist)!

    Das klappt bestimmt (in irgendeiner Dimension) 😂

    Antworten
  • Lieber Lukas, lieber Oliv8er, vielen Dank für Eure engagierte Diskussion, wenn doch mehr der gegenwärtigen Diskussionen so laufen würden…
    Was mir auffiel war, dass es auf das Vertrauen hinausläuft und auf den Einfluss der emotionalen Ebene – und der ist eben auch real und läßt sich häufig gerade nicht rational so schnell mal ändern. Allerdings sind auf der emotionalen Ebene gute Erfahrungen – sehr vereinfacht natürlich – das, was Muster für Vertrauen ausbildet und daher ist ein respektvoller Umgang miteinander oder wenn man es noch überspitzter formulieren würde sogar eine gegenseitige Dankbarkeit für das Steinbeschleudern der gegenseitigen Ideen/ Überzeugungen/Glaubensinhalte so wichtig, damit die schönen Fakten und der Menschheit dienlichen im wissenschaftlichen Prozess erzeugten Fortschritte nicht ins Hintertreffen geraten, weil sie sich im Großhirn abspielen und so auf Grund ihrer Langsamkeit erst mal wenig Chancen haben gegen die Emotionen und Ängste die mittelhirnig sitzend die erste Dominanz übers Menschenleben ausüben.
    Also danke nochmal!

    Antworten
  • Ihr habt wirklich einen sehr interessanten Blog. Allerdings bin ich gar nicht mit deiner Sichtweise über Impfungen einverstanden. Gegenargument oder Bedenken von langjährigen Virologen (keine Verschwörungstheoretiker) wurden systematisch unterdrückt. Es gibt immer zwei Meinungen, nur wollten die Regierungen nur eine hören. Schon alleine dies würde mich stutzig machen. In einer Demokratie haben immer mehere Meinungen Platz, würde ich sagen.

    Antworten
    • Alexander
      26/10/2023 22:10

      Liebe Emily, klar muss eine Demokratie Meinungen zulassen. (Tut sie aus meiner Sicht auch prima.)

      Doch die Empfehlungen der „Exekutive“ in eine Demokratie sollten bitte maximal auf wissenschaftlichen Fakten und minimal auf Meinungen basieren.

      Antworten
  • Alexander
    26/10/2023 22:06

    Liebe Alice, jetzt ist dir als Wissenschaftlerin doch glatt etwas durchgerutscht:

    Sollte es nicht eher Verschwörungsmythos statt „-theorie“ heissen?

    Denn eine Theorie tritt ja an, um sich verifizieren zu lassen. Davon sehe ich bei „Verschwörungstheorien“ wenig bis gar nichts…

    Antworten

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